Liebe auf dem Highway

Einleitung

Alan sitzt in einer Bar, beim Highway am Tresen. Das Regenwasser rinnt über seine Lederjacke.
Er sieht in den Spiegel der ihm gegenüber an der Wand hängt. Das Einzige was an die Vorfälle des Abends erinnern, ist ein dünner Rinnsal von getrocknetem Blut das an seiner Stirn klebt. Seine Hand liegt an seinem Whiskyglas.
Langsam nimmt er einen erneuten Schluck von dem Getränk.
Sein vom Regen durchweichtes Oberteil klebt an seiner Haut und zeichnet klar und deutlich die Konturen seiner Muskeln, er wird beobachtet.
Langsam dreht er seinen Kopf in die Richtung aus der er den Blick vermutet.
Seid der Industriewende 2222 arbeitet er als Söldner auf der Erde. ein harter Job für einen jungen Mann, auf einem Planten der als Gefängnis dient.
Alan sucht den Beobachter. Da erkennt er einen Mann in der hintersten Ecke der Bar.
Er kennt ihn, es ist ein Häftling der in seinen Zuständigkeitsbereich lebt. Einer der letzten Leute in seinem Bereich. Alan wendet seinen Blick wieder ab und sieht wieder in den Spiegel. Erneut nimmt er einen Schluck. Sein Blick verliert sich in der Leere.
Der Häftling steht langsam auf und geht zu Alan. Der Barkeeper, ein weiterer Söldner der für die Verpflegung verantwortlich ist, sieht ihn. „Pass auf, Alan.“ sagt er leise. Alan nickt. Einen Aufständischen würde er nach dieser Nacht nicht überleben.
Der Mann setzt sich neben ihn auf einen weiteren Barhocker. „Zwei Doppelte.“ sagt er und legt eine Essensmünze auf den Tisch. Eine kleine Plastikmünze mit dem Wert einer Mahlzeit oder zwei Getränke.
Der Barkeeper sieht zu ihm. Dann dreht er sich weg und kümmert sich um die Bestellung des Mannes.
Alan sieht zu ihm. „Was willst du von mir?“ fragt er, den münden Unterton unterdrückend.
der Mann mit der bedrohlich wirkenden Narbe über dem rechten Auge, lächelt etwas träge.
„Wie alt bist du, Kleiner?“ fragt er. Alan schweigt. „24, du?“ entgegnet er nach kurzem Schweigen. „32, warum ist ein Söldner so jung?“ fragt er weiter. Er will ein Gespräch beginnen, Alan nicht.
Der Barkeeper bringt den beiden die Whiskys und nimmt die Münze vom Tisch.
„Du heißt Alan und bist Jasmines Sohn. Deinem abwertenden Verhalten gegenüber hast du diese Nacht noch nicht verarbeitet.“ sagt der Mann. „Es war ein Fehler…ich hätte das niemals tun dürfen.“ entgegnet Alan. „Nein war es nicht, du hast nicht darüber nachgedacht. streng deinen Kopf an, Junge.“ erwidert der Mann. Er nimmt einen Schluck des Getränkes. Alan schweigt. „Ich habe damit meine Entlassung aufs Spiel gesetzt.“ versucht er seine Antwort zu rechtfertigen. „Du hast dein Herz entscheiden lassen, du hast mit dem Tod deiner Mutter verstanden nur hast du es geleugnet. Du bist nicht auf Olympus. Du stehst zwischen den Fronten, mein Sohn. Jetzt hast du jemanden gefunden der dir auf dieser Müllhalde hier was bedeutet. Also, warum sagst du, es war ein Fehler? Du weißt wie du endest. Du weißt wo dein Platz ist. Du bist einer von uns. Ich war mal in deiner Situation. Ich habe meine Freiheit für jemanden aufgegeben der mir etwas bedeutet. Bei dem ich wusste, es lohnt sich.“ sagt der Mann. Alan starrt in sein Glas. „Warum nennt ihr mich alle so….warum nennt ihr mich Sohn? Weil ich der Jüngste bin?“ lenkt er ab. Der Gedanke an die Nacht treibt ihm einen Kloß in den Hals. Der Mann lächelt matt. „Ich bin übrigens Skar. Du willst wissen warum wir dich Sohn nennen? Denk nach. Wo bist du geboren? Auf Ve-Town? auf Olympus, wie die anderen Kinder deiner Generation?“ Skar sieht ihn an. Die Belustigung im Blick des Mannes versucht er zu ignorieren. Alan sieht ihn an. Er schluckt leer. „Ich bin in einer Hochhausruine geboren. Auf einer Lederjacke eines Häftlings. Es kostete Mutter beinahe das Leben.“ antwortet er leise, beinahe flüsternd.
Skar nickt. Er setzt an um zu sprechen doch verstummt. Dann spricht er das offensichtliche aus: „Du weißt es, nur willst du es nicht wahrnehmen. Du bist der Letzte der auf der Erde geboren ist, der Letzte der aus Unrecht auf diesem Planeten weilt. Du bist unser Sohn weil du keinen Vater hat. Doch das weißt du. Du hast als Kind jeden Dad genannt der keine Frau war. Aber das weißt du.“
Alan schweigt. Seine Gedanken schweifen zum Geschehenen. ZU dem was vor neun Stunden passiert ist. Sein Blick schweift zur Wanduhr. 5:45 in der Früh….

 

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